Delphi Prozess zum Interdisziplinären dvs Expert*innen Workshop Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen
Im Anschluss an den 9. Interdisziplinären dvs-Expert:innen-Workshop in Frankfurt (März 2025) initiieren die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) und die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) gemeinsam einen Delphi-Prozess zur Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen.
Mit diesem mehrstufigen, wissenschaftlich fundierten Konsensverfahren möchten wir Ihre fachliche Position systematisch erfassen und berufsübergreifend eine abgestimmte Bedeutungszuweisung erarbeiten.
Ziel des Delphi-Prozesses
Langfristiges Ziel ist es, Sport- und Bewegungstherapie als festen Bestandteil der therapeutischen Praxis bei psychischen Erkrankungen zu verankern und die hierfür notwendigen nächsten Schritte zu identifizieren.
Am Ende des Prozesses soll:
- ein fachübergreifend abgestimmtes Verständnis zur Etablierung der Sport- und Bewegungstherapie vorliegen
- ein gemeinsames Impulspapier entwickelt werden
- eine fundierte Grundlage für weitere fachpolitische und wissenschaftliche Schritte geschaffen werden
Eine breite Beteiligung von Expert:innen unterschiedlicher Disziplinen ist für das Gelingen dieses Vorhabens von zentraler Bedeutung.
Ablauf des Delphi-Verfahrens
Der Prozess umfasst drei Befragungsrunden im Abstand von jeweils etwa drei Wochen:
1. Runde – Offene Einschätzungen (bis einschließlich 13.02.2026)
Erhebung freier Rückmeldungen u. a. zu:
- Versorgungs- und Rechtslage
- Qualifizierungsanforderungen
- Forschung
- praktischer Umsetzung
2. Runde – Verdichtung und Strukturierung (Aufruf folgt zeitnah)
Zusammenführung und Bündelung der Rückmeldungen mit dem Ziel, zentrale Themen und Prioritäten herauszuarbeiten.
3. Runde – Bewertung und Konsensbildung
Einordnung und Bewertung der Ergebnisse zur Erzielung eines fachübergreifenden Konsenses.
Wir laden asp-Mitglieder, Fachvertreter:innen angrenzender Disziplinen sowie alle am Thema Interessierten herzlich zur Teilnahme ein.
Hier geht es bald zur Teilnahme am 2. Teil des Delphi-Prozesses.
Gerne dürfen Sie den Teilnahme-Link auch an weitere Expert:innen im Themenfeld weiterleiten.
Transparenz und weitere Schritte
Auf dieser Seite informieren wir fortlaufend über:
- den aktuellen Stand des Delphi-Prozesses
- Zwischenergebnisse der einzelnen Runden
- die Veröffentlichung des Impulspapiers
- weiterführende Initiativen und Anschlussprojekte
Wir freuen uns sehr über Ihre Mitwirkung an diesem wichtigen fachlichen Entwicklungsprozess.
Im Auftrag der asp (Präsidentin Prof.in Dr.in Jana Strahler) und der dvs (Vizepräsidentin Prof.in. Dr.in Bettina Wollesen).
Nachlese zum interdisziplinären dvs-Workshop am 28.3.2025 in Frankfurt/M.
Der Workshop mit dem Thema "Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen" , organisiert von der dvs in Kooperation mit der asp brachte über 70 Expert*innen und Interessierte am 28.3.2025 an der Goethe Universität in Frankfurt zusammen, um die Bedeutung und Rolle der Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen zu diskutieren.
Zahlreiche klinische Studien und Meta-Analysen belegen die positive Wirkung von Bewegungs- und Sporttherapie bei psychischen Erkrankungen wie Depression und Angststörungen. Diese Therapieform wird zunehmend als evidenzbasierte Maßnahme neben der Psycho- und Pharmakotherapie anerkannt. Dennoch fehlt es bislang an einer systematischen Integration in die gesundheitliche Versorgung. Ziel des Workshops war es, den Austausch zwischen relevanten Akteur*innen zu fördern und Wege zu einer breiteren Implementierung dieser Therapieform zu erörtern. Es wurden zielgruppenspezifische Herausforderungen thematisiert und die Vernetzung relevanter Akteur*innen gefördert.
Die Veranstaltung umfasste drei Hauptvorträge, vier Impulsvorträge aus verschiedenen Verbänden und zwei Workshops mit interdisziplinären und professionellen Diskussionsrunden. Den Abschluss bildete eine Plenumsdiskussion in der zentrale Erkenntnisse zusammengetragen wurden.
Einigkeit bestand darüber, dass die Sport- und Bewegungstherapie ein wirksames Instrument in der Behandlung psychischer Erkrankungen ist. Gleichzeitig wurden strukturelle Defizite in der praktischen Umsetzung thematisiert, insbesondere der eingeschränkte Zugang in vielen klinischen Einrichtungen und der fehlende interdisziplinäre Austausch unter Fachkräften. Im "World Café" wurden zahlreiche Punkte zentraler Handlungsfelder erarbeitet. Diese Ergebnisse sollen in einem Positionspapier festgehalten werden, das die Inhalte des Workshops dokumentiert und Impulse für Wissenschaft, Praxis und Gesundheitspolitik geben soll.
Die Veranstaltung war ein bedeutender Schritt, zur weiteren Verankerung der Sport- und Bewegungstherapie in der Behandlung psychischen Erkrankungen. Wir als asp werden dieses Thema weiterhin aktiv verfolgen und zukünftige Veranstaltungen organisieren, um den interdisziplinären Austausch und die Entwicklung in diesem Bereich zu fördern.
Wir danken allen Vortragenden und Teilnehmenden für ihre wertvollen Beiträge und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!
Prof.in Dr.in Jana Strahler (Universität Freiburg)


